Guten Morgen in die Runde - ich habe die letzten Beiträge mal aus dem Carla-Brasil-Thema abgetrennt.
TS-Profi was sind denn dann deiner Meinung nach Frauen, welche beispielsweise ohne Vagina auf die Welt kommen oder bei denen Gebärmutter und Vagina aufgrund von Krebs oder starken Senkungen im Unterleib entfernt wurden?
Ich gebe dir in der Hinsicht Recht, dass nicht alles transsexuell ist, was sich selbst in dieser Richtung bezeichnet und dass ebenso in der Psychologie da teils noch großer Nachholbedarf ist.
Wenn ich da Statements in diversen Reddit-Subs lese, dann frage ich mich auch, wie das wohl bei der jeweiligen Person enden wird. Und das sowohl bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen als auch umgekehrt bei Frau-zu-Mann-Transsexuellen. Ja, dieser Schritt wird oftmals (aber nicht immer) viel zu sehr auf die leichte Schulter genommen, ohne sich der wahren Konsequenzen bewusst zu sein. Doch dies betrifft nicht nur den Schritt, der Geschlechtsangleichung, sondern allein schon die Entscheidung gegengeschlechtliche Hormone zu nehmen.
Man wird nicht auf der anderen Seite als wunderschöner Schmetterling herauskommen, der von allen bewundert und begehrt wird, sondern oftmals (aber nicht) als Transfrau, der man teils die Vergangenheit ansieht. Sofern diese nicht direkt mit diesem Umstand verbal konfrontiert wird, wird man oftmals dann hinter dem Rücken der Betroffenen tuscheln.
Sofern die Betroffene wirklich transsexuell ist / war (nach der OP sind diese Menschen ja im Zielgeschlecht), wird das Tuscheln ihnen nichts ausmachen, da der Weg und der letzte Schritt die Erlösung von einem langen Leidensweg war.
Ich wäre damals lieber auf dem OP-Tisch verreckt, als nochmals mit diesem Ding zwischen meinen Beinen aufzuwachen1
Was die Medizin angeht, ist es vollkommen unterschiedlich und es gibt technisch mittlerweile erstaunliche Möglichkeiten. Einziges Problem ist, dass die Techniken in den Ländern teils sehr unterschiedlich sind. Deutschland zählt da leider nicht gerade zu den Vorreitern. In anderen Ländern hingegen wird mit Verfahren gearbeitet, welche auch bei Frauen angewandt werden, bei denen ein Teil der Vagina entfernt werden musste.
Und die Ergebnisse sind derart gut, dass du diese gar nicht mehr vom biologischen "Original" unterscheiden kannst und den betroffenen Transfrauen ermöglicht, ein absolut unauffälliges Leben zu führen (sofern der Rest eben auch stimmig ist).
Das Hauptproblem sind eher die Medien, welche nicht mehr Journalismus betreiben, sondern Sensationen verkaufen wollen und ebenso die immer größer werdende Dummheit der Gesellschaft. Denn all die gut verlaufenen Fälle sind für die Medien nicht interessant, weil sie einfach zu normal sind.
Auch von der aufkommenden Wokeness halt ich persönlich nicht viel und habe mittlerweile den Eindruck, dass es Transsexuelle heute in der Gesellschaft deutlich schwerer haben, als zu meiner Zeit, weil sich jeder bunte Vogel auf einmal Transsexuell oder was auch immer nennt und die Gesellschaft nicht in der Lage ist, zwischen medizinisch diagnostiziertem Leidendruck und freakiger Lebenseinstellung zu unterscheiden. Medien unterstützen/verstärken leider dieses Bild.
Und ja - ich bin mir sicher, dass es so einige Fälle gibt, welche diesen Weg bereuen, doch diese werden vermutlich nie oder nur selten an die Öffentlichkeit gelangen. Denn auch dazu gehört es Mut und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
Und wenn wir bei dem Thema Ehrlichkeit sind - welcher Liebhaber von "Transen" ist denn so ehrlich, dass er zugibt eine Bi-Ader zu haben und sich gerne in den Arsch ficken lässt oder auf Sperma von einer "Shemale" steht?
Bevor man also über andere urteilt oder Aussagen vom Hörensagen verbreitet, sollte man lieber mal bei sich selbst anfangen, denn über diese Männer gibt es ja auch reichlich platte und verletzende Aussagen.
Allgemein würde ich mir wünschen, wenn Menschen wieder mehr nachdenken und für wirklich Betroffene sich sowohl in der Angleichung, als auch in der psychologischen Betreuung einiges verbessern würde. Besonders in der psychologischen Betreuung auch den Mut zu haben, die vermeintlichen Betroffenen über die wirklichen Konsequenzen dieses Weges aufzuklären (was immer sehr gerne verdrängt wird).